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Cold Brew, Tee und Milchschaum in der French Press

Eine French Press ist ein Sieb mit Kanne – und damit für mehr zu gebrauchen als heißen Kaffee. Cold Brew und Tee nennen die Hersteller unseres Vergleichs ausdrücklich als Anwendung. Beim Milchschaum sieht die Sache anders aus, und wir sagen auch das.

✍️ Redaktion French Pressen Magazin ⏱ 5 Min Lesezeit
French-Press-Kanne mit kaltem Kaffeeaufguss und Eiswürfeln auf einem Tisch

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Cold Brew ist ein Kaltaufguss: grob gemahlener Kaffee zieht mehrere Stunden in kaltem Wasser, dann drückt der Stempel den Satz nach unten.
  • Amazon Basics nennt Kaltaufgüsse ausdrücklich als Anwendung des eigenen Kaffeebereiters.
  • Tee geht ebenso: Bialetti nennt Aufgüsse und Kräutertees als Anwendung der Preziosa.
  • Milchschaum: Kein Hersteller unseres Vergleichs führt das als vorgesehene Anwendung auf. Mechanisch funktioniert es trotzdem.
  • Für alles gilt: nicht Kaffee und Tee in derselben Kanne zubereiten.

Cold Brew in der French Press zubereiten

Cold Brew heißt Kaltaufguss: Der Kaffee zieht in kaltem Wasser, nicht in heißem. Das dauert Stunden statt Minuten und löst weniger Bitterstoffe. Eine eigene Ausrüstung braucht es nicht – die French Press bringt Sieb und Kanne bereits mit, und das Sieb hält den Satz bei kaltem Wasser genauso zurück wie bei heißem.

  1. Grob mahlen. Dieselbe Regel wie beim heißen Aufguss, und hier noch wichtiger: Feines Kaffeemehl setzt sich in stundenlangem Kontakt am Sieb fest.
  2. Verhältnis wählen. Für ein trinkfertiges Ergebnis rechnen Sie mit etwa dem 1,5- bis 2-Fachen der Kaffeemehlmenge gegenüber dem heißen Aufguss – bei 1 l also rund 100 bis 130 g. Wer verdünnen will, bleibt bei der normalen Dosierung und gießt später mit Wasser oder Milch auf.
  3. Kaltes Wasser aufgießen und einmal umrühren, damit alles Kaffeemehl benetzt ist. Oben rund 3 cm Platz lassen.
  4. Stempel oben lassen, Deckel auflegen, Kanne in den Kühlschrank. Ziehzeit: 8 bis 12 Stunden. Über Nacht ist die praktische Antwort.
  5. Langsam pressen und sofort umfüllen. Der Kaffee zieht auch kalt weiter, solange er auf dem Satz steht. Im Kühlschrank hält der abgeseihte Aufguss einige Tage.

Die Mengen- und Zeitangaben sind Erfahrungswerte aus der Zubereitungsmethode, keine Herstellerangabe – belegt ist die Eignung, nicht die Zahl. Wer es genauer will, fängt bei acht Stunden an und verlängert beim nächsten Ansatz.

Welche Kanne eignet sich für Cold Brew?

Jede – mit zwei praktischen Einschränkungen. Eine Glaskanne zeigt, wie weit der Aufguss ist, und passt flach in den Kühlschrank; sie ist der naheliegende Weg. Doppelwandige Edelstahlkannen halten den Ansatz kühl, wenn kein Platz im Kühlschrank ist, verraten aber nichts über den Inhalt. Reisebecher mit 350 ml sind für einen Vorrat zu klein.

Wer Cold Brew regelmäßig ansetzt, sollte eher zur großen Kanne greifen als zur kleinen: Der Aufwand ist derselbe, und der fertige Aufguss hält sich. Die Größen unseres Vergleichs stehen im Ratgeber Größe und Füllmenge.

Tee in der Stempelkanne

Das Sieb einer French Press ist ein großzügiger Teefilter: Die Blätter haben Platz, sich zu entfalten, und der Stempel beendet den Aufguss, ohne dass Sie ein Sieb herausfischen müssen. Bialetti nennt Aufgüsse und Kräutertees ausdrücklich als Anwendung der Preziosa, und eine ausführliche Rezension zur Groenenberg-Kanne beschreibt den täglichen Einsatz für Schwarztee.

Drei Hinweise aus denselben Quellen:

  • Nicht dieselbe Kanne für Kaffee und Tee. Dieselbe Groenenberg-Rezension rät ausdrücklich davon ab – Kaffeeöle setzen sich im Sieb fest und gehen in den Tee über.
  • Ziehzeit im Blick behalten. Eine Rezension zur WMF Kult beschreibt die Kanne für Schwarztee als sehr gut geeignet, für grünen Tee weniger, weil dort die Ziehzeit genauer stimmen muss.
  • Der Stempel stoppt nicht vollständig. Wie beim Kaffee ziehen die Blätter unter dem Sieb weiter. Wer den Tee nicht sofort austrinkt, füllt um.

Für grünen Tee gilt außerdem die niedrigere Wassertemperatur – die 92 bis 95 °C, die WMF für Kaffee nennt, sind dafür zu heiß.

Milchschaum: was belegt ist und was nicht

Keiner der Hersteller unseres Vergleichs führt das Aufschäumen von Milch als vorgesehene Anwendung auf. Wir behaupten deshalb keine Eignung. Was sich sagen lässt: Mechanisch funktioniert es – das Sieb schlägt beim schnellen Auf- und Abbewegen Luft in warme Milch. Eine Rezension zur Amazon-Basics-Kanne berichtet, dass sich mit etwas Übung Milch für einen Flat White aufschäumen lässt.

Wenn Sie es versuchen:

  • Nicht die Kanne nehmen, in der gerade Kaffee stand. Der Schaum nimmt den Geschmack auf.
  • Höchstens ein Drittel füllen. Milch dehnt sich beim Aufschäumen stark aus.
  • Warm, nicht kochend. Zu heiße Milch lässt den Schaum schneller zusammenfallen.
  • Mit Reinigungsaufwand rechnen. Milchreste im Sieb sind hartnäckiger als Kaffeeöle – wie das Sieb sauber wird, steht im Ratgeber Reinigung und Pflege.

Bei doppelwandigen Kannen ist das Aufschäumen unpraktisch: Sie sehen nicht, wie weit der Schaum steht.

Was sonst noch geht

Die Hersteller unseres Vergleichs nennen über Kaffee hinaus weitere Anwendungen. Amazon Basics führt neben Kaltaufgüssen auch Tee, heiße Schokolade und Pflanzenmilch auf, Bialetti Aufgüsse und Kräutertees. Alles, was aus grobem Material einen Aufguss macht und danach abgeseiht werden soll, passt zum Prinzip.

Was nicht geht: Espresso. Er entsteht unter hohem Druck, die French Press arbeitet drucklos. Kräftiger wird der Kaffee hier über mehr Kaffeemehl, nicht über Druck.

Fazit

Cold Brew und Tee sind kein Zweckentfremden, sondern von den Herstellern vorgesehene Anwendungen. Beides braucht dieselbe Kanne, denselben groben Mahlgrad und dieselbe Regel: sofort umfüllen, sobald der Stempel unten ist. Welche Kanne dafür die passende Größe hat, zeigt der French-Press-Vergleich.